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Eineinhalb Seiten Pressetext kann man über alles schreiben – aber bei Count Basic findet man’s schade, dass es nicht mehr sein darf. Schließlich erfreut die Formation um Peter Legat und Kelli Sae seit nunmehr 13 Jahren Musikhörer mit Songs von wahrlich internationaler Qualität, denen man ihre österreichische Herkunft keinen Augenblick lang anhört. Damit demonstrieren Count Basic etwas, was man schon lange geahnt hat: Nicht nostalgieverliebter Ethno-Sound ist die neue Weltmusik, sondern Groove. Und der ist auf dem neuen Album „Love & Light“ besser (und vor allem besser gelaunt) zu hören als seit langem.
Das könnte natürlich auch daran liegen, dass Count Basic seit fünf Jahren kein Studioalbum mehr auf den Markt gebracht und in der Zwischenzeit auch noch die Plattenfirma gewechselt haben. „Für uns ist das sehr spannend, weil sozusagen die Karten neu gemischt sind“, sagt Peter Legat. „Der Labelwechsel bedeutet einen Motivationsschub, weg von eingefahrenen Strukturen – und hin zu den Anfängen, zum typischen Count-Basic-Sound vom Anfang der Neunziger. Back to the roots, sozusagen.“
„Love & Light“ ist das fünfte CB-Studioalbum seit dem Plattenerstling „Life Think It Over“ aus dem Jahre 1994. Als Legat damals in London sein Debüt – mit der Creme der Acid-Jazz-Musiker – produzierte, lernte er die New Yorker Sängerin Kelli Sae kennen, die bereits bei seinen ersten Hits mitwirkte und seither ein fixer Bestandteil des weltweit erfolgreichen Projekts Count Basic ist.
Aber warum die lange Kunstpause? „Ich bin mir gar nicht sicher, wie viele Alben der Konsument von einem Künstler verträgt, wenn der Markt doch ohnehin so übersättigt ist … vielleicht sollte man sich etwas rar machen“, sinniert Legat. „Jedenfalls bin ich in der Zwischenzeit nicht nasebohrend zu Hause herumgesessen, sondern habe Tourneen vorbereitet, weiterhin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien unterrichtet und mir Gedanken über die neue Platte gemacht. Ich brauche ungefähr eineinhalb Jahre für ein neues Album, von den ersten Ideen über die Kommunikation mit Kelli in New York, das Songschreiben und die Aufnahmen, bis hin zur letzten Abmischung.“
Die Mühe hat sich gelohnt. „Love & Light“ entspricht von der ersten bis zur letzten Sekunde der Intention Peter Legats und seiner Mitmusiker, ein Album zu produzieren, das man von vorne bis hinten durchhören kann, ohne Hänger und Füllnummern.
An der Besetzung der elfköpfigen Count-Basic-Truppe hat sich nichts geändert, doch die Band legt heute wieder viel mehr Wert auf Spielfreude, „handgemachte“ Musik und einen atmenden, pulsierenden Großstadt-Groove, fernab der typisch gemütlichen Wiener Kaffeehaus-Electro-Szene, die in den vergangenen paar Jahren deutliche Lähmungserscheinungen zeigte.
„Ja, die Geschichte mit der Elektronik ist ein bisschen durch“, bestätigt Peter Legat. „Wir haben vor allem bei Konzerten gemerkt, wie stark das Bedürfnis nach gut gespielter Live-Musik ist. Die Leute hören ja auch auch mit den Augen und legen viel Wert auf den optischen Eindruck, den eine Band hinterlässt. Und sie schätzen das Können eines Musikers wieder viel mehr. Deshalb waren die einzelnen Musiker auch viel mehr in den Entstehungsprozess des neuen Albums involviert, damit die Songs auch live alle gut umsetzbar sind.“
Ob live oder auf Album: Count Basic sind in der „Love & Light“-Ära (die soeben begonnen hat) nach wie vor deutlich Groove-orientiert, lassen aber auch schon einmal Platz für ein gelungenes Jazz-Solo. Die oben angesprochenen „Roots“ bleiben.
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